Trommeln in der Nacht

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© Florian Merdes

 

TROMMELN IN DER NACHT (Bertolt Brecht)
Theater Heidelberg, Premiere 2014


Das Stück Spartakus, wie Trommeln in der Nacht ursprünglich hieß, entstand unmittelbar unter dem Eindruck der revolutionären Ereignisse in Bayern Ende 1918 und den Nachrichten vom Scheitern des Spartakus-Aufstandes in Berlin im Januar 1919. Es schildert den Kampf eines schon tot geglaubten Kriegsheimkehrers um seine Braut, »und die Revolution in den Zeitungsvierteln spielt auch eine Rolle«. Die Komödie spielt in einer Januarnacht des Jahres 1919. Andreas Kragler kehrt aus dem Krieg zurück zu seiner Braut Anna, die sich gerade mit dem Jungunternehmer Murk, der sie geschwängert hat, auf Drängen ihrer Eltern verlobt. Diese haben mit ihrer kleinen Fabrik im Krieg mit der Produktion von Geschosskörben Gewinn gemacht und stellen nun auf die Herstellung von Kinderwagen um. Die kleine Verlobungsgesellschaft, einschließlich Kragler, wird im Laufe des Abends und der Nacht in den Strudel der Spartakusaufstände gezogen. Kragler schwankt kurz zwischen revolutionärem Aufbruch und Rückzug ins private »Glück« und wählt statt der Politik das (nicht mehr ganz) weiße Bett Annas, die sich zu ihm bekennt. Der junge Brecht drückt hier mit satirischen Mitteln sein Unbehagen gegen das Kleinbürgertum, den Patriotismus, den Krieg und die große Liebe und die bürgerliche Gefühlskultur aus; vergisst aber auch nicht, die November-Revolutionäre kritisch unter die Lupe zu nehmen.

BESETZUNG UND TEAM
Regie – HOLGER SCHULTZE
Bühne und Kostüme – SABINE BÖING
Musik – WILLI HASELBEK
Dramaturgie – WILFRIED HARLANDT
Andreas Kragler – MARTIN WIßNER
Anna Balicke – NANETTE WAIDMANN
Amalie Balicke – HEDI KRIEGESKOTTE
Karl Balicke – HANS FLEISCHMANN
Friedrich Murk, ihr Verlobter DOMINIK LINDHORST
Babusch, Journalist – STEFAN RECK
Glubb, der Schnapshändler – JONAS GRUBER
Manke I und Manke II – VOLKER MUTHMANN
Marie – JOSEPHA GRÜNBERG
Carmen – MARIA MUNKERT
Bulltrotter/Laar – FABIAN OEHL