Erreger

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© Klaus Fröhlich

 

ERREGER (Albert Ostermaier)
Theater Heidelberg, 2013


Ein Börsenmakler, befallen von einem ungenannten Virus. Wie die Börsenwerte über den Monitor, flimmert die Sprache im Fieberrausch durch seinen Kopf. In einem rastlosen Monolog, »man muss so schnell rennen wie man kann, um an der selben Stelle zu bleiben«, wirbeln Kindheitserinnerungen, Allmachtsfantasien, Management-Philosophie, Börsen-ABC und Realität durcheinander. Was geschieht, wenn einem »Trader« der tägliche Hochleistungssport im Parkett des Börsensaals entzogen wird? »ich bin einfallsreich kreativ jung skrupellos hoch motiviert die gesellschaft kann es sich nicht leisten mich zu verlieren«, »ich funktioniere« – sein Burn-out ignorierend, merkt er nicht, wie sich die Grenzen zwischen abstrakter Finanzwelt und Wirklichkeit auflösen.

Albert Ostermaier gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Lyriker und Dramatiker der Gegenwart. Viele seiner Gedichte und Theaterstücke wurden mit Preisen ausgezeichnet, wurden in mehrere Sprachen übersetzt und gelangten zu internationalen Aufführungen. Erreger wurde 2000 am Staatstheater Hannover uraufgeführt.

BESETZUNG UND TEAM
Ein Trader in Quarantäne  – JONAS GRUBER
Regie – ANDREA THIESEN
Bühne und Kostüme – HEDDA LADWIG
Dramaturgie – SONJA WINKEL
PRESSESTIMMEN
Fantastisch, wie Jonas Gruber dieses Solo meistert.
Rhein-Neckar-Zeitung, 10.10.2011

In Heidelberg nun gab es eine lebendige Inszenierung von Andrea Thiesen, und irgendwann kam auch diese Monologstelle, an die man sich dunkel erinnerte, als der Trader zu verstehen gibt, er könne mit seinen Spekulationen ganze Staaten dem Bankrott anheim geben. Wie prophetisch war das vor elf Jahren, und wie aktuell ist das heute!“
Süddeutsche Zeitung, 12.10.2011

Lag Thieme festgeschnallt auf einem Operationstisch, springt in der Inszenierung Andrea Thiesens nun ein quicklebendiger Jonas Gruber als „Trader in Quarantäne“ durch einen zum Wartezimmer umfunktionierten Kantinenraum, immer noch sicher, Herr der Lage zu sein. Fasziniert lauschen wir den ideologischen Befindlichkeiten dieses Ekelpakets.“
Nachtkritik, 10.10.2011